Ute Koch

„Querflöte ist genau das richtige Instrument für einen Querkopf wie mich.“

Meine erste große Liebe war der Klang der Querflöte, meine zweite Liebe dann mein erster Querflötenlehrer. Im hessischen Landesjugendorchester und später im Musikstudium fand ich es faszinierend ein kleines Rädchen im großen Klang des Sinfonieorchesters zu sein. Da ein Stehplatz in der Semperoper günstiger war als eine Kinokarte, konnte ich während meines Musikstudiums in Dresden mein Ohr für Klangästhetik sensibilisieren. Meine Leidenschaft für die feinen Nuancen der Kammermusik hat so ihren Anfang genommen. Die großen Flötenschulen unserer Zeit wurden alle von französischen Flötisten entwickelt, daher verbrachte ich dann auch eine sehr interessante und prägende Zeit als Erasmus-Studentin in Paris. Das europäische Nachbarland ist in vielen Herangehensweisen eben doch so ganz anders. Die Erfahrungen motivierten mich, meine Vorstellungen von „richtig„ und „falsch“, „gut“ und „böse“ oder „schön“ und „hässlich“ aufzulösen und mich für die vielfältigen Möglichkeiten zu begeistern. So brauchte ich nach meinem Examen noch einmal die Zeit und Freiheit meines Meisterklassenstudiums in Würzburg, um meinen eigenen, persönlichen Weg zu finden. Schließlich gab es für mich dann mein Flötenspiel im Orchester, in der Kammermusik und solistisch. Ich mag das Gefühl, meinen Teil beitragen zu dürfen in der großen Oper mit Orchester, Chor und Solisten am Staatstheater Mainz oder der Nassauischen Kammerphilharmonie, ich mag die Nähe und die Spontanität in der Kammermusik mit dem Trio Audite oder in den verschiedensten Besetzungen und ich genieße die Freiheit und Präsenz als Solistin.

Über zehn Jahre lang habe ich versucht, meine Studenten an der Musikhochschule in Würzburg für diese Faszination im Flötenspiel zu begeistern und ihnen geholfen, ihren Weg darin zu finden. Durch meine postakademische Ausbildung bei der Europäischen Gesellschaft für Dispokinesis liegt der Schwerpunkt meiner pädagogischen Arbeit in der Begleitung und Beratung professioneller Musiker, die durch Überlastungssyndrome oder Spielhemmungen unterschiedlichster Art ihre Leidenschaft für die Musik nicht so ausleben können, wie sie es sich wünschen.

Die Kammermusik ist eine sehr intime Form des Musizierens, man kommt sich als Musiker sehr nah und letztlich auch dem Publikum. Für mich ist es daher sehr wichtig, dass ich mich wohl fühle. Im Trio Audite lebe ich jetzt schon sehr lange meine Stärken und Schwächen aus und fühle mich dabei durch meine beiden Kolleginnen motiviert, gestützt und wohl. Ihre Begeisterungsfähigkeit leitet mich und ich genieße unsere gemeinsame Zeit der Musik.

Ansonsten interessiere ich mich für Entwicklungspsychologie,begeistere ich mich für Schokolade in jeder Form und ärgere mich über Bio-Gurken in Plastikverpackung.